Ruhrnachrichten / Juli 1985

Für Profis und Amateure bereit:

Scholl hat eigene Mixtur

Mit der neuen Saison stellt sich beim Fußball-Zweitligisten SG Wattenscheid 09 auch ein neuer Masseur vor: Thomas-Morus Scholl (23). Ein halbes Jahr betreute er schon die erste Amateurmannschaft und "erntete" nur gute Kritiken. Bei den Profis löste er Achim Pannenbäcker ab, der sich jetzt mehr um sein eigenes Leben kümmert, denn er hat zusammen mit Torwart Hans-Josef Koitka ein Massage-Institut eröffnet.

Der neue Masseur ist Profi und steht ganz in Diensten der SG: sowohl bei den Profis als auch der ersten Amateurmannschaft: "Allerdings geht die Lizenzmannschaft vor". Im Essener Klinikum hat er gelernt und dort war sein Ausbilder der ehemalige SG-Masseur Gregor Stuhldreier. Nach der Ausbildung kam Scholl dort in die Abteilung von Peter Steins, der die Wattenscheider A-Jugend als Masseur begleitet. Nicht nur Masseur ist Thomas-Morus Scholl sondern auch medizinischer Bademeister.

Seine Eindrücke im Lizenzkader: "Es hat so jeder seine kleinen Wehwehchen, die man kennenlernen muss; auch die Eigenarten." Im Trainingslager Hennef konnte er sich über Arbeit nicht beklagen. Zehn bis zwölf Spieler wurden täglich "durchgeknetet" und nicht selten kam es vor, dass er noch abends um zehn den ein oder anderen "dran nahm".

Spricht er von normalen Problemen bei Kügler, Drews, Wulfmeier, Zander und Koitka ("da reicht es mit einem kleinen Stützverband am Fuß"), so sieht er Günter Tinnefeld doch kritischer: "Der hat´s mit dem Knie; mal dick, mal dünn. Bei so einer Reizung wird wohl bald etwas Entscheidendes gemacht werden müssen."

 

Sein Medizinkoffer ist wohl sortiert und voll. Trotzdem, hier und da betätigt er sich doch als "Hexenmeister": "Ist doch klar, man hat Ahnung auf dem Gebiet, kennt die Probleme - da zaubert man sich schon mal selbst etwas zusammen."

 

BU:Zwei die von der Lizenzmannschaft nicht wegzudenken sind: Obmann Manfred Krause (links) und Masseur Thomas-Morus Scholl.